Konzentrationslager Herzogenbusch-Vught

Identifier
DE ITS 1.1.12
Language of Description
German
Dates
1 Jan 1941 - 31 Dec 1945
Level of Description
Collection
Languages
  • de,,en,,nl / Latn
Source
EHRI Partner

Extent and Medium

6 Ordner

digital reproductions

85733

Originale, Fotokopien, Film/Rückvergrößerungen

Creator(s)

Archival History

Die Sammlungen des ITS wurden entsprechend den Anforderungen seiner ursprünglichen Aufgabe, als Such- und Anlaufstelle für Überlebende und Angehörige von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung, angelegt. Die aufzunehmenden Dokumente wurden nach ihrem Erfassungsdatum chronologisch registriert. Die bestehende Ordnung der Konzentrationslagerbestände nach dem Pertinenzprinzip ist somit als Teil der Entwicklungen innerhalb der Organisationsstruktur des Suchdienstes zu verstehen. Die Bestände beinhalten eine Vielzahl unterschiedlicher Dokumententypen, wie individuelle Einzelunterlagen oder Listenmaterial. Entstanden sind sie zum Teil direkt bei den nationalsozialistischen Behörden und Organisationen oder auf Veranlassung der Alliierten und humanitärer Organisationen nach der Befreiung. In den ITS gelangten sie zum einen durch die Übergabe von Regierungen, Privatorganisationen, anderen Archiven und von Privatpersonen, zum anderen durch gezielten Dokumentenerwerb durch Mitarbeiter/innen des ITS, in der Absicht die teils großen Lücken der jeweiligen Lagergeschichte zumindest zu verringern, denn von den 24 Konzentrationslager der Kriegszeit mit ihren über 1.000 Außenkommandos sind lediglich die Dokumente der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau namentlich nahezu vollständig vorhanden. Andere Lager sind gut oder nur teilweise, spärlich oder überhaupt nicht mit namentlichen Dokumenten belegt. Neben den im Original vorhandenen, liegen in den Sammlungen des ITS viele Dokumente als Kopie vor. Dabei ist zu beachten, dass diese Kopien nicht selten die einzig bekannten Exemplare der jeweiligen Unterlagen sind. Der überwiegenden Mehrheit der Konzentrationslagerbestände wurde unter x.x.x.1 Listenmaterial zugeordnet. Dabei handelt es sich um Sammlungen personenbezogener Unterlagen, die nach Konzentrationslagern sortiert und nach dem Aktenplan der UNRRA, AL 4, unter GCC (German Concentration Camp), OCC (Outside Concentration Camp) oder VCC (Various Concentration Camp) abgelegt sind. Alte Aktenzeichen: OCC 10, VCC 104

Scope and Content

Die Sammlung enthält u.a.: Veränderungsmeldung, Transportliste, Sterbebücher, Häftlingsfragebogen, Exekutionsberichte, Anforderungen von Häftlingen für die Diamantschleiferei, Allgemeiner Schriftwechsel, Häftlingspersonalkarten, Geldverwaltungskarten Geschichte des Konzentrationslagers Herzogenbusch-Vught 1942-1944: Herzogenbusch war eines der wenigen SS-Konzentrationslager westlich des Deutschen Reiches. Es entstand am Ort Vught in der Nähe der Stadt Herzogenbusch (niederländisch: ’s-Hertogenbosch) im Süden der Niederlande. Der Höhere SS- und Polizeiführer in den Niederlanden, Hans Albin Rauter, wollte Herzogenbusch als „Modellager“ führen, um dem mittlerweile grausamen Ruf der nationalsozialistischen Lager entgegenzuwirken. Besonders die Gerüchte über das Lager Amersfoort hatten die Niederländer entsetzt. Die Bauarbeiten fingen im Sommer 1942 an. Die ersten Häftlinge betraten am 13. Januar 1943 das noch nicht fertig gestellte Lager, das sie unter schweren Bedingungen weiter ausbauen mussten. Es handelte sich um Amsterdamer Juden, die in der Rüstungsindustrie gearbeitet hatten. Im Verlauf des Lagerbestehens wurden immer mehr Juden auch aus anderen Teilen des Landes nach Herzogenbusch transportiert. Ihre Bewacher waren deutsche und niederländische Angehörige der SS. Zuerst als „polizeiliches Judendurchgangslager“ vorgesehen, wurde Herzogenbusch nach und nach zu einem Lager, in dem verschiedene Kategorien von Häftlingen festgehalten wurden. Es existierten mehrere Lagerabschnitte: ein „Judendurchgangslager“ (welches im Januar 1943 errichtet wurde und unter den Namen Vught bekannt ist), ein „Schutzhaftlager“ für männliche Gefangene, ein Frauenlager und ein Geisellager. Die Lebensbedingungen der Häftlinge waren je nach Abteilung unterschiedlich. Obwohl in Herzogenbusch teilweise etwas bessere Lebensbedingungen herrschten als in anderen Konzentrationslagern, kam es auch hier zu täglichen Misshandlungen durch die SS-Wachmannschaft. Seit Frühjahr 1943 waren die Insassen darüber hinaus der ständigen Bedrohung ausgesetzt in den Osten deportiert zu werden. Die Deportationen gingen meist über Westerbork in die Vernichtungslager Auschwitz und Sobibor. Bis zum März 1943 wurden alle Häftlinge des Lagers Amersfoort nach Herzogenbusch verschleppt und anschließend nach Westerbork und Polen weitergeleitet. Die Firma Philips errichtete Werkstätten im Lager, wo etwa 1.200 Häftlinge mit Zivilisten von außerhalb des Lagers zusammen arbeiteten. Mit dem Heranrücken der Alliierten begann im Sommer 1944 die Auflösung des Lagers. Zuvor wurde am 3. Juni 1944 eine letzte, in den Fabriken des Philips-Konzerns eingesetzte Gruppe nach Auschwitz geschickt, womit das Durchgangslager Vught aufgelöst wurde. Die verbleibenden Teile des Konzentrationslagers Herzogenbusch wurden im September 1944 von alliierten Truppen befreit. Quelle: Romijn, Peter: ’s-Hertogenbosch-Vught (Herzogenbusch), Artikel in: Lexikon des Holocaust, hg. von Wolfgang Benz, München 2002, S. 96 und http://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/108/Nationale-Gedenkstätte-Lager-Vught [Stand 02.08.2012].

System of Arrangement

1.1.12.0 Allgemeine Informationen

1.1.12.1 Listenmaterial

1.1.12.2 Individuelle Unterlagen

1.1.12.5 Nummernkartei

Finding Aids

  • Katalog der Konzentrationslager-Dokumente, die sich bei dem International Tracing Service Allied High Commission for Germany befinden. Hrsg. v. d. Allied High Commission for Germany (HIOG), Bad Arolsen 1951. Catalogue of Concentration Camp Records held by the International Tracing Service, ed. Allied High Commission for Germany, Bad Arolsen 1951. In der Nummernkartei (x.x.x.5) wurden alle Hinweiskarten der Konzentrationslagerbestände nach Häftlingsnummern sortiert, es sind Duplikate der Namenkarten der ZNK Datenbank, die durch Ordnernummer und Seitenzahl den Bezug zum Dokument herstellen. Die Nummernkartei enthält sehr viele Dokumente ohne Namen. Durch die Nummernkartei sind die Dokumente nach Häftlingsnummern der verschiedenen Konzentrationslager erschlossen. Namen sind in der Zentralen Namenskartei (ZNK) des ITS recherchierbar

Existence and Location of Copies

  • Digitale Kopien der ITS Sammlungen: Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand, Luxemburg,, Französisches Nationalarchiv, Paris,, Institut für nationales Gedenken, Warschau,, Staatsarchiv Belgien,, USHMM, Washington,, Wiener Library, London,, Yad Vashem, Jerusalem

Sources

  • Benz, Wolfgang/Distel, Barbara (Hrsg.): Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd. 9: Arbeitserziehungslager, Ghettos, Jungendschutzlager, Polizeihaftlager, Sonderlager, Zigeunerlager, Zwangsarbeitslager, München 2009.

  • Stuldreher, Coenraad J. F.: Deutsche Konzentrationslager in den Niederlanden – Amersfoort, Westerbork, Herzogenbusch, in: Benz, Wolfgang (Hrsg.): Dachauer Hefte. Studien und Dokumente zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Heft 5: Die vergessenen Lager, München 1994, S. 141-173.

Process Info

  • Herzogenbusch-Bught, North Brabant, Netherlands

  • 2013-02-04

Subjects

Places