Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Identifier
B 150
Language of Description
German
Dates
1949 - 1974
Level of Description
Collection
Source
EHRI

Extent and Medium

109,6 laufende Meter, 2005 Aufbewahrungseinheiten

Biographical History

Das Bundesministerium für Angelegenheiten der Vertriebenen (BMVt), ab Frühjahr 1950

BM für Vertriebene genannt, war für Aufgaben zuständig, die sich aus den Folgen des 2. Weltkrieges ergaben. Art. 74 GG hatte die -Angelegenheiten der Flüchtlinge und Vertriebene- als Gegenstand der konkurrierenden Gesetzgebung bestimmt. Anfangs war seine Hauptaufgabe, die Verteilung der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen auf die einzelnen Bundesländer zu steuern. Seit Jan. 1954 hieß es BM für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Nach einem Organisationsplan vom Nov. 1950 gab es fünf Abteilungen: I Verwaltung, Presse, Kulturangelegenheiten, Kriegsgefangene, Vermißte, II Rechtsangelegenheiten, III Wirtschafts- und Auslandshilfe für die Vertriebenen, IV Bevölkerungs- und Sozialpolitik, Z Personalien, Haushalt, Innerer Dienst. Entwicklung der Aufgaben: 01.10.1952 Suchdienst von BMI 01.01.1954 Betreuung der Kriegssachgeschädigten und Evakuierten von BMI 30.10.1957 (?) Aufsicht über das Bundesausgleichsamt im Einvernehmen mit dem BMF. Bis 1968 verringerte sich die Zahl der Abteilungen auf drei: I Verwaltung und zentrale Angelegenheiten, Wirtschaftliche Eingliederung und Eingliederung in die Landwirtschaft, Suchdienst, Wohnungswesen, Einzelfragen der Kriegsfolgenhilfe; II Kulturpolitik, Kulturpflege und -förderung, Information, Statistik, Zusammenarbeit mit Fachgremien, III Sozialversicherung, Kriegsopferversorgung, Arbeitsrecht. Durch Erlaß vom 11. Nov. 1969 wurde das Ministerium aufgelöst und die restlichen Aufgaben fielen an das BMI (Abteilung Vt Angelegenheiten der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten, ab 1974 Unterabteilung VtK I). Nachgeordneter Bereich: Notaufnahmelager Berlin, Giessen und Uelzen sowie die Jugendnotaufnahmelager Sandbostel und Westertimke. Minister: Hans Lukaschek (CDU), Sept. 1949-Okt. 1953 Theodor Oberländer (BHE/CDU), Okt. 1953-Mai1960 Hans-Joachim von Merkatz (DP/CDU), Okt. 1960-Okt. 1961 Wolfgang Mischnick (FDP), Nov. 1961-Okt. 1963 Hans Krüger (CDU), Okt. 1963-Febr. 1964 Ernst Lemmer (CDU), Febr. 1964-Okt. 1965 Johann Baptist Gradl (CDU), Okt. 1965-Dez. 1966 Kai-Uwe von Hassel (CDU), Dez. 1966-Febr. 1969 Heinrich Windelen (CDU), Febr.-Okt.1969 Staatssekretäre: Ottomar Schreiber, Okt. 1949- Nov. 1953 Peter Paul Nahm, Nov. 1953-Nov. 1967 Gerd Ludwig Lemmer, Dez. 1967-Juni 1969

Archival History

Vorarchivische Ordnung

Ein allgemeiner Aktenplan ließ sich nicht ermitteln.Vorhanden ist lediglich ein Teilaktenplan des Referats III 2 der Aktenplangruppe 4000 ff. Die Überlieferung verweist auf Aktenzeichen in Gestalt von Buchstaben für die Überlieferung des Ministerbüros und Handakten der Bundesminister; die Fachabteilungen bedienten sich eines vierstelligen numerischen Aktenzeichens beginnend mit 1000. Im Findbuch sind auch Akten aufgeführt, die nach 1969 vom BMI unter dem Aktenzeichen des BMVt weitergeführt wurden (B 106).

Scope and Content

Kriegsgefangene und Heimkehrer, Vorakten aus dem Länderrat US - Zone (1946-1950, 87), Beauftragter der westdeutschen Länder für den Suchdienst (1949-1952, 34), Ministerbüro und Handakten der Bundesminister, der persönlichen Referenten und Staatssekretäre, Abteilungsleiter (1949-1974, 113), Haushalt, Personalwesen, Organisation, Öffentliches Dienstrecht ( 1949-1970, 69), Kabinettsangelegenheiten (1950-1969, 38), Beiräte und Verbände (1945-1973, 174), Statistik (1946-1973, 159), Presse, Rundfunk, Film, Fernsehen (1950- 1971, 79), Forschung und Dokumentation (1950-1973, 89), Gesamterhebung der deutschen Bevölkerungsverluste (1950-1967, 25), Stiftungen (1957-1974, 24), Bundesvertriebenengesetz (1949-1973, 170), Eingliederung in Wirtschaft und Landwirtschaft (1950-1973, 170), Forschungsvorhaben der Eingliederung (1950-1970, 44), Lastenausgleich (1949-1974, 113), Lastenausgleichsbank (1949-1974, 47), Kreditversorgung (1950-1972, 59), Sozialversicherungswesen (1949-1968, 50), Betreuung der SBZ-Flüchtlinge (1951-1957, 12), Beweissicherungsgesetz (1958-1973, 65), Bundesnotaufnahmeverfahren (1949-1974, 187), Betreuung jugendlicher Flüchtlinge (1952-1965, 35), Häftlingshilfegesetz (1954-1974, 67), Betreuung der Kriegsgefangenen (1949-1974, 142), Durchführung des Kriegsgefangenenentschädigungsgesetzes und des Heimkehrergesetzes (1949-1974, 169), Suchdienst (1950-1974, 90), Verteilung und Umsiedlung (1949-1973, 105), Lagerräumung (1950-1960, 23), Wohnungsbau (1949-1973, 81), Bundesevakuiertengesetz ( 1949-1974, 23), Aussiedlung und Familienzusammenführung (1950-1974, 78), Förderung jugendlicher Aussiedler (1950-1971, 19), Kulturförderung (1950-1974, 343), Internationales Flüchtlingswesen (1948-1974, 65), UNICEF- Weltkinderhilfswerk (1950-1954, 10), nichtdeutsche Flüchtlinge (1950-1974, 97). Sonstige Bestände der gleichen Provenienz: Bild 120 Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Finding Aids

  • Findbuch (1987)

Note(s)

  • Amtliche Druckschriften Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa: Bd. I/1 und I/2 Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße, Bonn 1953. Bd. I/3 Polnische Gesetze und Verordnungen 1944-1955, Bonn 1960. Bd. II Das Schicksal der Deutschen in Ungarn, Bonn 1957. Bd. III Das Schicksal der Deutschen in Rumänien, Bonn 1957. Bd. IV 1 und IV 2 Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei, Bonn 1957. Bd. 5 Das Schicksal der Deutschen in Jugoslawien, Bonn 1961. 1. Beiheft Tagebuch aus Pommern 1945-1946. Aufzeichnungen von Käthe von Normann, Bonn 1955. 2. Beiheft Ein Tagebuch aus Prag 1945-1946. Aufzeichnungen von Margarethe Schell, Bonn 1957. 3. Beiheft Ein Bericht aus Ost- und Westpreußen 1945-1947. Aufzeichnungen von Hans Graf von Lehndorff, Bonn 1960.- Der Fachberater für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1962 ff., ab 1970 vom BMI hrsg..- Bundesgesetze und Leistungen für die Geschädigten des Krieges und der Kriegsfolgen. Ein Katalog der einschlägigen Bundesgesetze, Rechtsverordnungen und Novellen, der Maßnahmen der Bundesregierung und der finanziellen Aufwendungen des Bundes während der 2. Legislaturperi- ode des Deutschen Bundestages, Bonn 1957.- Tatsachen zum deutschen Vertriebenenproblem, Bonn 1952.- Tatsachen zum Problem der deutschen Vertriebenen und Flüchtlinge, 1956, 1959, 1961, 1963, 4 Hefte.- Zeittafel der Vorgeschichte und des Ablaufs der Vertreibung sowie der Unterbringung und Eingliederung der Vertriebenen und Bibliographie zum Vertriebenenproblem, Bonn 1959.- Zeittafel Vertriebenenproblem. Recht auf die Heimat und Selbstbestimmung im deutschen Parlament (von 1949 bis Mitte 1960), Bonn 1960.- Die Lastenausgleichsgesetze. Dokumente zur Entwicklung des Gedankens, der Gesetzgebung und der Durchführung, 6 Bde., Bonn 1962-1968.- Hans Lukaschek: Die deutschen Heimatvertriebenen als zentrales deutsches Problem, Bonn 1952.- Hans Lukaschek: Die deutschen Heimatvertriebenen und ihre Bedeutung für Europa, Bonn 1950.

Sources

  • Lothar Wieland: Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte,

    Frankfurt/Main 1968.

Rules and Conventions

EHRI Guidelines for Description v.1.0