Bundespräsidialamt

Identifier
B 122
Language of Description
German
Level of Description
Collection
Source
EHRI

Extent and Medium

829,2 laufende Meter, 59254 Aufbewahrungseinheiten

Creator(s)

Archival History

Seit Dezember 1961 gibt das Bundespräsidialamt regelmäßig Schriftgut an das Bundesarchiv ab, das zunächst in den Zwischenarchiven des Bundesarchivs aufbewahrt wird. Insgesamt umfasst der Bestand B 122 zum Stichtag 31. Dezember 2010 ca. 66.300 Archivalieneinheiten. Unterlagen, die der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift des Bundesministerium des Innern (BMI) zum materiellen und organisatorischen Schutz von Verschlusssachen (VS-Anweisung-VSA) vom 31. März 2006 unterliegen, wurden bislang nicht abgegeben. Ergänzend liegt im Bundesarchiv eine Foto- und Bildsammlung zum Bundespräsidialamt, die unter B 122 Bild einsehbar ist, sowie eine Presseausschnittsammlung zu den Amtszeiten von Heuss und Lübke (1949-1969), Bestandssignatur B 122 Anh., vor.

Die in der Amtszeit eines Bundespräsidenten entstandenen Akten werden vom Bundespräsidialamt in der Regel nach Ablauf der Amtszeit des Amtsnachfolgers an das Zwischenarchiv abgegeben. Dieses gilt hauptsächlich für die Sachakten und Gesetzesmaterialien, während die Serien der Petitionen, Glückwünsche, allgemeine Eingaben bereits während der Amtszeit des Nachfolgers an das Bundesarchiv übergeben werden. Das aus den vielfältigen Funktionen des Bundespräsidenten entstandene Schriftgut ist für den Benutzer von sehr unterschiedlichem Wert.

In der Aktenüberlieferung spiegeln sich die staatsrechtlichen Funktionen des Bundespräsidenten wieder. Die Akten sind in vielen Fällen durch eine organisatorische und formale Überlieferung gekennzeichnet, wodurch die eigentlichen Tätigkeiten des Bundespräsidenten eher in den Hintergrund gedrängt werden.

Scope and Content

Aufgrund der besonderen Stellung und Bedeutung des Bundespräsidenten bzw. des Bundespräsidialamtes kommt dem Aktenbestand des Bundespräsidialamtes in der Gesamtüberlieferung des Bundesarchivs zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der staatsrechtlichen Schwerpunkte, eine wichtige Bedeutung zu.

Überlieferungsschwerpunkte inhaltlicher Art für die im vorliegenden Findbuch abgedeckten Jahre sind die Korrespondenzen des Bundespräsidenten mit Personen der Zeitgeschichte (v.a.Glückwünsche und Beileidsbekundungen), Repräsentationsaufgaben des Bundespräsidenten, Protokollfragen, Ordensverleihungen, innen- und außenpolitische Aspekte, Rechtsfragen, Staats- und Verfassungsrecht, kulturelle Angelegenheiten, Verlags-, Presse- und Rundfunkwesen, Fragen der Bundeswehr und des zivilen Ersatzdienstes sowie Ernennungsunterlagen der Beamten, Richter und Soldaten des Bundes, die Ehrenpatenschaften des Bundespräsidenten, die Überlieferung der Büros der Bundespräsidenten a. D. sowie die Tätigkeiten der jeweiligen Ehefrau des Bundespräsidenten.

Beispielhaft können die Staatsbesuche und -empfänge, Besuche, Schirmherrschaften, Geleit- und Grußworte, Interviews und Empfänge des Bundespräsidenten hervorgehoben werden.

Appraisal

Das vorliegende Findbuch zur Amtszeit Heinemann enthält ca. 3600 Verzeichnungseinheiten[63]. Aufgrund seiner Bedeutung ist die Quote der archivwürdigen Unterlagen mit ca. 60 % ungewöhnlich hoch. Aussortiert wurden insbesondere die Kleinstvorgänge, Material- und Kopiensammlungen sowie unbedeutende Vorgänge, bei denen das Bundespräsidialamt selbst nicht aktiv handelte. Insgesamt wurde bei der Aktenüberlieferung des Bundespräsidialamtes nur sehr wenig kassiert, um die Tätigkeiten des Bundespräsidialamt in den Jahren bis 1974 dicht dokumentieren zu können.

Der Schwerpunkt der Aktenüberlieferung liegt zwischen 1969 und 1974. In einigen wenigen Fällen geht die Laufzeit über das Jahr 1974[64] hinaus, dies gilt insbesondere für die Unterlagen der Ernennungs- und Entlassungsunterlagen von Bundesbeamten, Bundesrichtern und Soldaten sowie für Akten der Ordenskanzlei. Gegensätzlich dazu wurden Serien der Amtsnachfolger bzw. mit einem eindeutigen Laufzeitende über 1974 hinaus nicht berücksichtigt. Diese Unterlagen werden in den Folgefindbüchern erschlossen. Es ist zudem noch von vereinzelten Unterlagen in künftigen Abgaben auszugehen, die der Laufzeit nach in den Zeitraum des vorliegenden bzw. der bestehenden Findbücher zu B 122 fallen könnten. Auskunft über den Umfang der noch im Bundespräsidialamt vorliegenden Grundsatzakten kann das Bundesarchiv geben.

Enthält-Vermerke ergänzen die Erschließung größerer Verzeichnungseinheiten, bei kleineren Vorgängen konnte auf die Verwendung verzichtet werden. Abkürzungen sind, soweit möglich, aufgelöst worden. Alle verwendeten Abkürzungen sind in einem Abkürzungsverzeichnis zusammengestellt. Soweit mit vertretbarem Aufwand möglich, wurden Personennamen mit Vornamen ergänzt, Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften u.ä. mit ihrem Datum versehen. Laufzeiteinheit ist in der Regel das Jahr, jedoch sind in Einzelfällen Monatsangaben zur Differenzierung innerhalb eines Jahres verwendet worden. Bei der Titelbildung ist auf die Nennung der Bezeichnung "Bundespräsident" in der Regel verzichtet worden.

Als archivwürdig bewertet wurden alle Akten mit Grundsatzcharakter, in der Regel Korrespondenzen mit Personen der Zeitgeschichte, die durchgeführten Staatsbesuche und Staatsempfänge, angenommene Schirmherrschaften, Empfänge, Besuche, Interviews, Ansprachen, Grußworte und Grußbotschaften bzw. -telegramme, Beileidsbekundungen des Bundespräsidenten, Protokollfragen, Ernennungs- und Entlassungsunterlagen, Disziplinare Gnadensachen, Ehrenpatenschaften und beispielhaft auch einige Eingaben und Petitionen aus dem In- und Ausland. Die Überlieferung der Ordenskanzlei wurde vollständig übernommen.

Die Akten werden im wesentlichen nach Amtsperioden der Bundespräsidenten geführt und entsprechend an das Bundesarchiv abgegeben. Die durchgängige Einzelsachaktenbildung bewirkte bei Präsidenten, die nur fünf Jahre das Amt führten, extrem dünne Akten von zum Teil nur wenigen Blättern. Akten der Ordenskanzlei wurden außerhalb der Registratur geführt. Bei geringem Anfall von Archivgut wurden mehrere Betreffseinheiten in einer Klassifikationsgruppe zusammengefasst und dann nach Aktenzeichen, Laufzeitbeginn und Laufzeitende sortiert. Die Klassifikation der hier erfassten Akten entsprechen der Gliederung des Aktenplanes. Einige Positionen des Aktenplans sind nicht belegt. Ältere Vorgänge wurden entsprechend eingearbeitet. In sich geschlossene Sammlungen wie "Disziplinare Gnadensachen", "Reden", "Ausfertigung von Gesetzen", „Ernennungs- und Entlassungsunterlagen von Bundesbeamten, Bundesrichtern, und Soldaten", „Petitionen und Eingaben" oder „Familienzusammenführungen" wurden thematisch in die passenden Stellen des Aktenplans eingearbeitet.

Grundlage für die Klassifikation stellt der aufgabenorientierte und zentrale Aktenplan des Bundespräsidialamtes aus dem Jahre 1952 (in der Fassung von 1955) dar. Dabei wurde die Dezimalklassifikation eingeführt. Nach ihm wurden die Unterlagen der Amtszeit Heinemann (und der Grundsatzakten aus den Amtszeiten Heuss und Lübke) geordnet. 1981 erfolgte eine Überarbeitung, 1992 eine grundlegende Neufassung.

Der Aktenplan des Bundespräsidialamtes gliedert sich in der Fassung von 1955 wie folgt:

S-Sondermappen: Sondermappen wurden gebildet, sofern die Inhalte den bestehenden Betreffen des Aktenplans nicht zugeordnet waren oder nicht erfassbare Angelegenheiten (z. B. Glückwünsche zu besonderen Anlässen u. ä.) enthielten.

A-Einzeleingaben allgemeiner Art: Sofern die Angelegenheiten nicht nach Sache und Inhalt einem Sachgebiet des Aktenplanes zuzuordnen sind, wurden diese als Einzeleingaben abgelegt.

O [=Null] Sachfragen von grundsätzlicher Bedeutung: Die Aktenplangruppe 0 umfasst allgemeinen Schriftverkehr mit Sach- und Personenbezug und insbesondere Korrespondenzen mit Personen der Zeitgeschichte sowie Glückwünsche und Kondolenzen des Bundespräsidenten. Des weiteren sind Jubiläen, Jahres- und Gedenktage, Maßnahmen zum Wohnungsbau, Wohnraumbeschaffung und Raumordnung, Renten- und ausländische Arbeitnehmerangelegenheiten sowie Fragen zum Steuerrecht vorhanden. Zudem finden sich hier Grundsatzfragen und Eingaben zur Rückerstattung, Wiedergutmachung und Lastenausgleich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Fragen zur christlich-jüdischen Zusammenarbeit, den allgemeinen jüdischen Angelegenheiten und Entschädigungsfragen für die Opfer des Nationalsozialismus. Eingaben zu den Kriegsschäden und -folgen, Flüchtlings- und Vertriebenenfragen, sowie der landsmannschaftlichen Vereinigungen sind ebenso vertreten. Die Aktenplangruppe 0 spiegelt weiterhin Fragen zur Staatsangehörigkeit und dem Ausländerrecht wieder.

1 Verwaltung und Organisation im Bundespräsidialamt: Die Überlieferung der Aktenplangruppe 1 umfasst Akten zum Dienstbetrieb des Bundespräsidialamtes und enthält die Organisation des Amtes, Hausverwaltung, Amtswohnung des Bundespräsidenten, Personal- und Haushaltsangelegenheiten sowie Unterlagen zum allgemeinen Dienstbetrieb.

2 Innenpolitische Angelegenheiten: Die Aktenplangruppe 2 spiegelt die innenpolitischen Angelegenheiten, parteipolitische Fragen und Komplexe zu den Verbänden wider. Insbesondere sind die Beziehungen des Bundespräsidenten zu den anderen Verfassungsorganen (Bundesregierung, Bundeskanzler, Bundesverfassungsgericht, Bundestag und Bundesrat), zu den Bundesministerien und weiteren Bundesbehörden sowie zur Gesetzgebung vorhanden. Besondere Schwerpunkte stellen die Eingaben zum Amt und zur Person des Bundespräsidenten bzw. der Altbundespräsidenten (z. B. Verunglimpfungen, Drohbriefe, Beleidigungen) dar. Abgebildet werden die Kontakte zu den Bundesländern im Allgemeinen, zu den Länder- und Kommunalverwaltungen sowie die Kommunal- und Städteangelegenheiten. Hier wären besonders die Besuche des Bundespräsidenten, Schirmherrschaften, Empfänge und Gespräche, Ehrenbürgerrechte und Grußworte des Bundespräsidenten zu nennen. Neben Fragen zur öffentlichen Sicherheit und dem Polizeiwesen sind in der Aktenplangruppe 2 die Aspekte Berlin- und Deutschlandpolitik und territoriale Fragen abgebildet. Enthalten ist auch der wichtige Bereich der innerdeutschen Beziehungen.

3 Rechtsfragen: Diese Aktenplangruppe dokumentiert den Bereich Justiz, allgemeines Rechtswesen, Bürgerliches Recht, Straf- und Zivilrecht, Amnestie und Gnadensachen des Bundespräsidenten sowie Eingaben von Juristenverbänden. Insbesondere finden sich hier die Disziplinaren Gnadensachen, Austausch-, Gnaden- und Begnadigungsangelegenheiten des Bundespräsidenten sowie Unterlagen zum Staats-, Verfassungs- und Beamtenrecht. Die Aktenplangruppe 3 enthält zudem den Komplex zum Ernennungs- und Entlassungsrecht des Bundespräsidenten. Besonders hervorgehoben werden müssen die Unterlagen zur Ernennung und Entlassung von Bundesbeamten, Bundesrichtern und Soldaten.

4 Wirtschaftliche Angelegenheiten: Die Aktenplangruppe 4 enthält Wirtschaftsfragen und -politik mit allen Verzweigungen, Angelegenheiten des Handwerks und des Gewerbes, der Berufsgruppen, -vertretungen und -verbände, der Wirtschaftsinstitute und -verbände sowie zu Messen und Ausstellungen. Zudem umfasst diese Aktenplangruppe die Angelegenheiten des Verkehrswesens.

5 Kulturelle Angelegenheiten: Die Aktenplangruppe 5 enthält alle Facetten der Kulturpolitik (z. B. Kultusministerkonferenz, Künstlerhilfe, Theater, Museen und Musik, Angelegenheiten des Pour le mérite für Wissenschaft und Künste), zu Kirchenfragen, Filmwesen, Kunstausstellungen und Ausstellungen im Allgemeinen. Daneben sind kulturelle und wissenschaftliche Bereiche zu Instituten, Stiftungen, Kommissionen, Verbänden und Vereinen sowie sonstige Einrichtungen vertreten. Die Aktenplangruppe 5 umfasst die Aspekte zum Jugend-, Schul- und Erziehungswesen, Hochschulfragen und alle Angelegenheiten des Sport- und Sozialwesens. Das Gesundheitswesen und Fragen zum Frauen- und Familienrecht sind ferner enthalten. Insbesondere finden sich in dieser Aktenplangruppe die Ehrungen, Ehrensolde und Ehrenpatenschaften des Bundespräsidenten.

6 Beziehungen zu fremden Staaten: Die Aktenplangruppe 6 enthält die Auswärtigen Angelegenheiten, die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu fremden Staaten und internationalen Organisationen und Fragen des Außenhandels. Neben den politischen Beziehungen sind die Repräsentationsangelegenheiten des Bundespräsidenten, Bereiche der auswärtigen Kulturpolitik, zur Friedens- und Konfliktforschung, Abrüstungsfragen und Belange von Auslandsinstituten, -verbände und -gesellschaften vertreten. Darüber hinaus sind in dieser Aktenplangruppe Fragen zur Entwicklungspolitik und zur Förderung von Entwicklungsländern vorhanden. Ferner spiegelt die Aktenplangruppe 6 die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu einzelnen Nationen wider; hier müssen insbesondere die Staatsbesuche und -empfänge genannt werden. Einen besonderen Überlieferungsschwerpunkt stellen die Unterlagen zu den Botschaftern, Diplomaten und Konsulen der Bundesrepublik Deutschland bzw. der einzelnen Nationen mit den Bestallungsurkunden, Agreements, Beglaubigungen, Abberufungen und Einführungsfragen dar. Ferner spielen die Beziehungen zu internationalen Organisationen und Stiftungen sowie die Beziehungen zur UNO, UNESCO, zum Europarat, zur NATO sowie zur EWG bzw. EURATOM eine Rolle.

7 Verlags-, Presse- und Rundfunkwesen: Die Aktenplangruppe 7 enthält alle Aspekte zum Presse-, Verlags- und Rundfunkwesen, insbesondere Ansprachen, Teilnahmen, Empfänge, Schirmherrschaften, Grußworte und Interviews des Bundespräsidenten, aber auch Förderungsfragen und alle Belange von Presse- und Verlagshäusern, Spitzenverbänden und Organisationen sowie von Redakteuren und Journalisten.

8 Protokollangelegenheiten: Die Aktenplangruppe 8 umfasst Zeremonieangelegenheiten und Protokollfragen. Im Einzelnen spielen Kondolenzen und Beileidsbekundungen aus dem In- und Ausland, Staatsakte und -trauer, Geschenke des Bundespräsidenten, Grundsatzfragen zu Einladungen, Empfängen, Besuchen und Schirmherrschaften des Bundespräsidenten, gesellschaftliche Veranstaltungen und Reisefragen des Bundespräsidenten eine Rolle.

9 Bundeswehr, Wehrverbände (im Vorfeld: Ordenskanzlei): Vermutlich bis in die 1970er Jahre wurde die Aktenplangruppe 9 mit den Betreffen der Ordenskanzlei belegt, danach enthält diese Aktenplangruppe die Angelegenheiten der Bundeswehr und der Wehrverbände, Kriegsgefangenen und Kriegsverbrecher, Teilstreitkräfte und des Zivilen Ersatzdienstes (Kriegsdienstverweigerungsfragen). Insbesondere sind die Anordnungen, Durchführungsbestimmungen des Bundespräsidenten, die Antritts- und Abschiedsbesuche von Oberbefehlshabern der Alliierten Streitkräfte, der (General-) Inspekteure der Bundeswehr sowie Truppenbesuche des Bundespräsidenten enthalten. Ferner sind sicherheitspolitische Fragen, Angelegenheiten des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, der Soldatenfürsorge und -versorgung, der Wehrverbände und -organisationen, der Kriegsbeschädigtenorganisationen, Kriegsgräberfürsorge sowie der Komplex Kriegsverbrecher und -gefangenenangelegenheiten vorhanden.

Der Bereich der Ordenskanzlei umfasst die Unterlagen zu den Auszeichnungen im Allgemeinen, die Listen der Vorschlagsberechtigten für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Einzelpersonen (getrennt nach den jeweiligen Vorschlagenden), die Vorschlagsbegründungen sowie die Korrespondenzen mit den Staatskanzleien der Ministerpräsidenten der Länder.

In dieser Aktenplangruppe sind die Vorschlagslisten der Bundesländer, des Bundespräsidialamtes, des Bundeskanzleramtes, des Auswärtigen Amtes und der Bundesministerien, des Deutschen Bundestages, des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung, des Bundesverfassungsgerichts, der Deutschen Bundesbank und des Bundesrechnungshofs. Zudem sind die Dankschreiben der Beliehenen und Ordensentziehungen sowie die Annahmegenehmigungen für ausländische Ordensverleihungen enthalten.

Für die Klassifikation des Findbuches wurden folgende Hauptgruppen gebildet:

Sachfragen von grundsätzlicher Bedeutung,

Angelegenheiten der Verwaltung und Organisation im Bundespräsidialamt,

Innenpolitische Angelegenheiten,

Angelegenheiten des Rechtswesens,

Wirtschaftliche Angelegenheiten,

Kulturelle Angelegenheiten,

Staatsverträge, Außenhandel, Auswärtige Angelegenheiten, Beziehungen zu fremden Staaten und Internationalen Organisationen,

Fragen des Verlags-, Presse- und Rundfunkwesens,

Protokollangelegenheiten,

Angelegenheiten der Bundeswehr, der Wehrverbände, Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Kriegsverbrecher,

Ordenskanzlei,

Persönliches Büro Hilda Heinemann,

Persönliches Büro des Altbundespräsidenten bzw. der Ehefrauen.

Die Klassifikationsgruppe Persönliches Büro Hilda Heinemann enthält v.a. Korrespondenzen von Hilda Heinemann mit Personen der Zeitgeschichte, Verlagen, Institutionen, Verbänden und Vereinen, Eingaben an das Persönliche Büro, Soziale Fragen, Presseausschnittsammlungen, Bereiche der Frauenarbeit und Angelegenheiten der Hilda-Heinemann-Stiftung. Insbesondere sind Unterlagen zum Deutschen Müttergenesungswerk, zu Kinder-, Jugend-, Behinderten-, Schul- und Resozialisierungsangelegenheiten vorhanden. Ein weiterer Schwerpunkt der Aktenüberlieferung umfasst Staatsbesuche, Reisen, Empfänge und Interviews des Ehepaars Heinemann.

Die Klassifikationsgruppe "Persönliches Büro des Altbundespräsidenten bzw. der Ehefrauen" enthält insbesondere Korrespondenzen, biografische Ausarbeitungen zu den Bundespräsidenten bzw. Ehefrauen, Einladungen an die Alt-Bundespräsidenten bzw. Ehefrauen und Angelegenheiten zum Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und zum Müttergenesungswerk.

Die Aktenüberlieferung der Ordenskanzlei, des Persönlichen Büros Hilda Heinemann sowie des Persönlichen Büros der Altbundespräsidenten bzw. der Ehefrauen geht zum Teil über die eigentliche Amtszeit des Bundespräsidenten Heinemann bis 1974 hinaus. Diese Aktenüberlieferung ist aber im Zusammenhang der amtlichen Hauptüberlieferung der Amtszeit von Gustav Heinemann zu sehen. Es ist ratsam, auch die Findmittel zu den Amtsvorgängern bzw. dem Amtsnachfolger zu prüfen. In einigen Fällen wurden die Grundsatzakten des Bundespräsidialamtes mit einem Laufzeitbeginn vor 1969, die bislang noch nicht archivisch bearbeitet wurden, in die bestehende Klassifikation dieses Findbuchs einsortiert.

System of Arrangement

a. D. außer Dienst

a. M. am Main

AA Auswärtiges Amt

AADJF Amicale des Anciens Deportes Juifs de France

Abt. Abteilung(en)

ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil Club

ADL Ausschuss Deutscher Leibeserzieher

ADN Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst

ADS Amtsdruckschriftensammlung

AdsD Archiv der sozialen Demokratie (in der Friedrich-Ebert-Stiftung)

AG Arbeitsgemeinschaft

AHM Archivische Hilfsmittelsammlung

AICH Amicale des Capitaines au long Cours

AITAE Hilfsverein Associazione Italiana per la Tutela e l´Assistenza agli Emigrati

AKW Atomkraftwerk

ANUGA Allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung

Apl. Aktenplan

APO Außerparlamentarische Opposition

Apr. April

ARA Aktion rettet Ahrweiler

ARD Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland

ASB Arbeiter-Samariter-Bund

ASTA Allgemeiner Studentenausschuss

ASU Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Unternehmer

Aug. August

AUMA Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft

AVS Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten

AWO Arbeiterwohlfahrt

BAK Bundesarchitektenkammer

BAK Bundesassistentenkonferenz

Ba-Wü Baden-Württemberg

BBC British Broadcasting Company

BBG Bundesbeamtengesetz

BDA Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände

BDB Bund der Berliner und Freunde Berlins e.V.

BDE Bundesverband Deutscher Eisenbahner

BDFA Bund deutscher Filmamateure

BDI Bundesverband der Deutschen Industrie

BDSG Bundesdatenschutzgesetz

BE Berlin

BfA Bundesanstalt für Arbeit

BfD Bundesbeauftragter für den Datenschutz

BFS Bank für Sozialwirtschaft

BfV Bundesamt für Verfassungsschutz

BGBl Bundesgesetzblatt

BGS Bundesgrenzschutz

BHE Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (Gesamtdeutscher Block)

BJU Bundesverband Junger Unternehmer

BK Bekennende Kirche

BK Bundeskanzleramt

BKA Bundeskriminalamt

BKU Bund katholischer Unternehmer

BM Schatz Bundesschatzministerium / Bundesministerium für wirtschaftlichen Besitz des Bundes

BMA Bundesministerium für Arbeit

BMB Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen

BMD Bund der Mitteldeutschen

BMF Bundesministerium der Finanzen

BMFT Bundesministerium für Forschung und Technologie

BMI Bundesministerium des Innern

BMJ Bundesministerium der Justiz

BMJ Bundesministerium der Justiz

BMJFG Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

BML Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

BMP Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen

BMVg Bundesministerium der Verteidigung

BMVt Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

BMWi Bundesministerium für Wirtschaft

BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

BND Bundesnachrichtendienst

BPr Bundespräsident

BPrA Bundespräsidialamt

BPS Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften

BRD Bundesrepublik Deutschland

BRH Bundesrechnungshof

BSHG Bundessozialhilfegesetz

BSR Berliner Straßenreinigungsbetriebe

BUG Bundesentschädigungsgesetz

BVK Bundesverband der Kriegs- und Zivilbeschädigten

BVN Bund der Verfolgten des Naziregimes

BY Bayern

CAJ Junge Christliche Arbeitnehmer

Cdg Carl-Duisberg-Gesellschaft

CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands

CEEP Europäisches Zentrum öffentlicher Unternehmen

CEPT Europäische Konferenz der Minister der Verwaltungen für Post- und Fernmeldewesen

CFK Christliche Friedenskonferenz

ChefBPr(A) Chef des Bundespräsidialamtes

CHIO Internationale Reit- und Springturniere

CIOR Confederation Interalliee des Officiers de Reserves

Co Compagnie

CSSR Tschechoslowakische Sozialistische Republik

CSU Christlich-Soziale Union in Bayern

CVJM Christlicher Verein junger Männer (Menschen)

DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst

DARC Deutscher Amateur-Radio-Club

DB Deutscher Block

DB Deutsche (Bundes-)Bahn

DBB Deutscher Beamtenbund

DBJR Deutscher Bundesjugendring

DDP Deutsche Demokratische Partei

DDR Deutsche Demokratische Republik

DED Deutscher Entwicklungsdienst

Dez. Dezember

DFB Deutscher Fußballbund

DFE Deutsches Forum für Entwicklungspolitik

DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFJW Deutsch-Französisches Jugendwerk

DFU Deutsche Friedensunion

DGB Deutscher Gewerkschaftsbund

DGFK Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung

DGGV Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsvorsorge e.V.

DGn Diziplinare Gnadensachen

DHB Deutsche Hauptstadt Berlin

DJH Deutsches Jugendherbergswerk

DJO Deutsche Jugend des Ostens

DKfZ Dienstliche Kraftfahrzeuge

DKP Deutsche Kommunistische Partei

DLG Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

DLRG Deutsche Lebensrettungsgesellschaft

DLV Deutscher Lebensmittelverband

DMEP Weltorganisation für Erziehung im frühen Kindesalter

DNZ Deutsche National Zeitung

DP Deutsche Partei

DP Displaced Persons (= Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist = Zivilperson, die sich aufgrund von Kriegsfolgen nicht an ihrem Heimatort befindet)

DPA Deutsche Presseagentur

Dr. Doktor

DRP Deutsche Reichspartei

DSB Deutscher Sportbund

DVU Deutsche Volksunion

e.V. eingetragener Verein

EAB Evangelische Arbeiterbewegung

EDV Elektronische Datenverarbeitung

EFP Europäische Föderalistische Partei

EG Europäische Gemeinschaft

EKD Evangelische Kirche in Deutschland

EMNID Marktforschung, Nachrichten, Informationen und Dienstleistungen

EP Ehrenpatenschaft

ESG Evangelische Studentengemeinde

EVG Europäische Verteidigungsgemeinschaft

EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft

FAP Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei

FAQ Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung

FCI Fonds der Chemischen Industrie

FDP Freie Demokratische Partei

Feb. Februar

FES Friedrich-Ebert-Stiftung

FH Fachhochschule

FIG Federation des Geometres

FNDIRP Federation nationale des deportes internes, resistants et partrotes

FSJ Freiwilliges soziales Jahr

FSK Freiwillige Selbstkontrolle

FTZ Fernmeldetechnisches Zentralamt

FU Freie Universität

GBl. Gesetzblatt

GdED Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands

GdP Gewerkschaft der Polizei

GG Grundgesetz

GGO Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesregierung

GGVuB Gewerkschaft der Gefangenen, Verwahrten und Untergebrachten Berlins

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GmbH&Co KG Gesellschaft mit beschränkter Haftung&Compagnie Kommanditgesellschaft

GMBl. Gemeinsames Gesetzblatt

GO Geschäftsordnung

GO Geschäftsordnung

GRU Sowjetischer Militärnachrichtendienst

GVB Gesellschaft zur Verbesserung der Betriebsstrukturen

GVP Gesamtdeutsche Volkspartei

GVPl. Geschäftsverteilungsplan

GVW Gesellschaft für Verantwortung in der Wissenschaft

HB Bremen

HE Hessen

HH Hamburg

HM Hausmitteilung(en)

HN Hausnachrichten

IAF Interessensgemeinschaft der mit Ausländern verheirateten deutschen Frauen

IARF International Association for Religious Freedom

IDOF Independent Order of Old Fellows

IDZ Internationales Dokumentationszentrum zur Erforschung des Nationalsozialismus

IfZ Institut für Zeitgeschichte

IG Metall Industriegewerkschaft Metall

IGB Internationaler Genossenschaftskongress

IGEWE Internationale Gesellschaft zur Erzwingung des Weltfriedens

IL Initiativ-Listen

IPA Interparlamentarische Arbeitsgemeinschaft

IT Informationstechnologie

IVSS Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit

IWO Internationale Homophile Weltorganisation

Jan. Januar

Jd./Jhd. Jahrhundert

JU Junge Union

jur. juris

Jusos Jungsozialisten

JVA Justiz-Vollzugs-Anstalt

KDA Kuratorium Deutsche Arbeitshilfe

KDV Kriegsdienstverweigerungsanerkennungsverfahren

KDVA Kraftfahrervereinigung Deutscher Ärzte e.V.

KG Kommanditgesellschaft

KNA Katholische Nachrichtenagentur

KPD Kommunistische Partei Deutschlands

KPdSU Kommunistische Partei der Sowjetunion

KZ Konzentrationslager

LfV Landesamt für Verfassungsschutz

LSD Liberaler Studentenbund Deutschlands

MAD Amt für den Militärischen Abschirmdienst

MdB Mitglied des Deutschen Bundestages

MdL Mitglied des Landtages

MfS Ministerium für Staatssicherheit

MGW Müttergenesungswerk

MHH Medizinische Hochschule Hannover

MS Microsoft

MS Mutiple Sklerose

MSF Motor-Sport-Freizeit

NATO Nordatlantikpakt

NAV Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands

NDR Norddeutscher Rundfunk

NI Niedersachsen

Nov. November

NPD Nationaldemokratsiche Partei Deutschlands

NRW Nordrhein-Westfalen

NS Nationalsozialismus

NTS Narodno Trudowoj Sojuz

OAE Organisation für Afrikanische Einheit

OAG Ostasiatische Gesellschaft

OAS Organisation amerikanischer Staaten

OJ Olympische Jugend

OK Ordenskanzlei

Okt. Oktober

Org.Pl. Organisationsplan / Organigramm

ÖTV Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr

OVP Ostdeutsche Volkspartei

PAV Personen abfertigungsvorschrift

PDA Pressedienst der Demokratischen Aktion

PEN Internationale Schriftstellervereinigung

Pers. Persönliche (s)/ Persönliche(n)

Pers. Personalveränderungen

Prof. Professor

RAF Rote Armee Fraktion

RAG Ruhrkohle AG

RegR Registraturrichtlinie

REP Die Republikaner

rer. pol. rerum politicarum

RKW Kuratorium der Deutschen Wirtschaft

RP Rheinland-Pfalz

RPJ Ring politischer Jugend

SBG Sozialistische Bildungsgemeinschaft

SBZ Sowjetische Besatzungszone

SDAJ Sozialistische Deutsche Arbeiter Jugend

SDVW Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

Sept. September

SFB Sender Freies Berlin

SG Soldatengesetz

SH Schleswig-Holstein

SHB Sozialdemokratischer Hochschulbund

SIPRI Internationales Friedensforschungsinstitut

SL Saarland

SLV Soldatenlaufbahnverordnung

SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands

SPz Panzergrenadierdivision

SRE Sportring Eller

StGB Strafgesetzbuch

StS Staatssekretär

SU Sowjetunion

SWF Südfestfunk

TH Technische Hochschule

THW Technisches Hilfswerk

UdSSR Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

UG Gemeinschaft der Umsiedlungsgeschädigten

ULA Union der leitenden Angestellten

UN United Nations (Vereinte Nationen)

UNESCO Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur

UNICEF Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

UNO United Nations / Vereinte Nationen

US United States

USA United States of America

V.A.O.D.Dt. Deutscher Druiden-Orden

VAN Vereinigung der Antifaschisten und Verfolgten des Naziregimes e.V.

VDA Verband deutscher Altfilmer

VDEI Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure

VDI Verein Deutscher Ingenieure

VdK Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner

VHS Volkshochschule

VL Vorschlags-Listen

VMOZ Verband der mittel- und ostdeutschen Zeitungsverleger

VN Vereinte Nationen

VPH Vereinigung politischer Häftlinge

VR Volksrepublik

VS Verschlusssache

VVN Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes

VW Volkswagen

VWF Verband der Wissenschaftler an Forschungsinstituten e.V.

W.E.V. Wohnungseigentümerverband

WAHR World Activity for Human Rights

WAY World Assembly of Youth

WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WDR Westdeutscher Rundfunk

Westf. Westfalen

WEU Westeuropäische Union

WHO Welthandelsorganisation

WSL Weltbund zum Schutz des Lebens

ZDF Zweites Deutsches Fernsehen

ZdvO Zentralverband demokratischer Verfolgten Organisation

ZDWV Zentralverband Demokratischer Widerstandskämpfer und Verfolgtenorganisationen

ZK Zentralkomitee

ZSg Zeitgeschichtliche Sammlung

Conditions Governing Access

Grundsätzlich ist das im vorliegenden Findbuch nachgewiesene Archivgut nach § 5 Absatz 1 Bundesarchivgesetz (BArchG) vom 6. Januar 1988 (BGBl. I S. 62) offen zugänglich. Ausnahmen bestehen für personenbezogene Unterlagen nach § 5 Absatz 2 und 3 BArchG. Hierzu muss die besondere Verpflichtungserklärung nach § 5 Abs. 5 Satz 3 Bundesarchivgesetz für die Nutzung von Archivgut, das sich auf einzelne natürliche Personen bezieht, ausgefüllt vorliegen.

Handelt es sich um Archivgut, das jünger als 30 Jahre ist, so besteht nach § 5 Absatz 5 BArchG die Möglichkeit, eine Schutzfristverkürzung zu beantragen. Diese erfolgt durch das Bundesarchiv, das die notwendige Zustimmung der abgebenden Behörde einholt. Handelt es sich um Unterlagen, deren behördliche Aufbewahrungsfrist noch nicht abgelaufen ist, so besteht die Möglichkeit eine vorfristige Benutzung nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) vom 5. September 2005 bzw. nach § 39 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung (GGO) zu beantragen. Dieser Antrag ist unmittelbar bei der abgebenden Behörde zu stellen, sofern das Bundespräsidialamt öffentlich-rechtliche Tätigkeiten wahrnimmt[65]. Zu den nicht öffentlich-rechtlichen Verwaltungsaufgaben des Bundespräsidialamtes gehört die Unterstützung des Bundespräsidenten bei der Wahrnehmung seiner verfassungsrechtlichen Aufgaben[66]. Mithin fallen auch die Unterlagen über die Vorbereitung einer Gnadenentscheidung im Rahmen des Artikel 60 Absatz 2 Grundgesetz als Vorbereitung eines präsidentialen Aktes nicht in den Anwendungsbereich des IFG[67]. Auch die Unterlagen des Bundespräsidialamtes, die der Vorbereitung einer Gnadenentscheidung des Bundespräsidenten dienen, sind nicht auf Grundlage des IFG einsehbar. Diese Ausnahmen gelten auch für die Unterlagen anderer Behörden, die im Rahmen eines Gnadenverfahrens beim Bundespräsidenten entstanden sind.

Bei einer Beantragung von Einsichtnahmen in die Aktenüberlieferung der Ordenskanzlei mit Überlieferungsschwerpunkt bis 1977 (in einigen Fällen mit einer Laufzeit bis in die 1980er Jahre), Disziplinarer Gnadensachen, Ehrenpatenschaften sowie Ernennungs- und Entlassungsunterlagen für Bundesbeamte, Bundesrichter und Soldaten ist eine Einzelfallprüfung des Benutzungsanliegens durch das Bundesarchiv nötig. Die Auskunft aus personenbezogenem Archivgut darf zunächst nur an den Betroffenen selbst und- nach seinem Tod- an Eltern, Geschwister, Ehepartner, Kinder und Enkelkinder erfolgen. Frei zugänglich für jedermann sind personenbezogene Unterlagen nach den Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes erst 30 Jahre nach dem Tod der Betroffenen bzw. 110 Jahre nach ihrer Geburt, falls das Todesdatum nicht zu ermitteln ist. Vor Ablauf dieser Schutzfristen kann die Benutzung nur mit schriftlicher Zustimmung des Betroffenen bzw. eines seiner Angehörigen erfolgen. Je nach Einzelfall sollte vor der Benutzung der Unterlagen eine Einwilligung in die Schutzfristverkürzung nach § 5 Absatz 5, Satz 2 Bundesarchivgesetz (des Betroffenen oder von einem der Angehörigen, sofern ermittelbar) vorliegen.

[63] Die vorliegenden Akten des Bundespräsidialamtes bis zum Jahr 1969 aus den Amtszeiten der Bundespräsidenten Heuss und Lübke, 1949-1969 umfassen ca. 4400 Verzeichnungseinheiten. Die Klassifikation wurden in die Amtszeiten Heuss, Lübke und Heinemann unterteilt. Darunter fallen auch ca. 300 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit bis 1969, die bislang nicht in den Publikationsfindbüchern Band 38 Amtszeit Theodor Heuss 1949-1959 und Band 74 Amtszeit Heinrich Lübke 1959-1969 aufgeführt wurden (z.B. Signaturbereiche BArch B 122/4950-6675, 66203-66268). Die archivische Bearbeitung dieser Verzeichnungseinheiten machte eine vollständige Neubearbeitung der Überlieferung der Amtszeiten Heuss und Lübke notwendig.

[64] z. B. Aktenüberlieferung in: BArch B 122/39100 (Verleihung ausländischer Titel, Orden und Ehrenzeichen an die Bundespräsidenten und Ehefrauen.- Dr. Gustav W. Heinemann und Hilda Heinemann, Laufzeit 1969-1990).

[65] Es wird besonders darauf hingewiesen, dass die Bestimmungen des § 1 des IFG für weite Teile des Bundespräsidialamtes- insbesondere gilt dies für die Vorbereitung präsidentialer Akte und die vom Bundespräsidenten delegierten

Akte- ausgenommen sind. § 1 Abs. 1 Satz 2 IFG bestimmt, dass das IFG für sonstige Bundesorgane- hierunter fällt auch das Bundespräsidialamt- nur gilt, soweit diese öffentlich-rechtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Eine

Einsichtgewährung ist je nach Forschungsanliegen zu prüfen.

[66] Siehe: Jastrow/Schlatmann, Informationsfreiheitsgesetz, 1. Auflage 2006, § 1 Randnummer 40.

[67] Siehe: Gesetzesbegründung zum IFG, Bundestagsdrucksache 15/4493, S. 8; Rossi, Informationsfreiheitsgesetz, 1. Auflage 2006, § 1 Randnummer 65.

Finding Aids

  • Online-Findbuch zu den Amtszeiten Heuss-Heinemann (1949-1974) vorhanden; weitere Online-Findbücher zu den folgenden Amtszeiten sind in Vorbereitung. Zu allen Abgaben sind summarische Abgabelisten (Abgabeverzeichnisse) vorhanden.

Note(s)

  • Vorarchivische Ordnung: Aktenplan aus dem Jahre 1952, der 1955 wesentlich umgestellt wurde. Dabei wurde die Dezimalklassifikation eingeführt. Nach ihm wurden die Unterlagen der Amtszeit Heuss und Lübke geordnet. 1981 erfolgte eine Überarbeitung, 1992 eine grundlegende Neufassung. Die Akten werden im wesentlichen nach Amtsperioden der Bundespräsidenten geführt und entsprechend an das BArch abgegeben. Eine sehr konsequenten Einzelsachaktenbildung bewirkte bei Präsidenten, die nur fünf Jahre das Amt führten, extrem dünne Akten von zum Teil nur wenigen Blättern. Akten der Ordenskanzlei wurden außerhalb der Registratur geführt.

    Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv

    Abteilung Bundesrepublik Deutschland (Abt. B) im Bundesarchiv

    Bundespräsidialamt Presseausschnittsammlung Amtszeiten Heuss und Lübke (B 122 Anh.)

    Bundespräsidialamt Bildbestand (B 122 Bild)

    Bundeskanzleramt (B 136)

    Bundesministerium des Innern (B 106)

    Bundesministerium der Justiz (B 141)

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (B 145)

    Bundesarchiv (B 198)

    Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (B 116)

    Ministerielle Bundesbauverwaltung (B 157)

    Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (B 134)

    Bundesministerium für Post und Telekommunikation (B 257)

    Nachlass Theodor Heuss (N 1221) [der Nachlass von Elly Heuss-Knapp befindet sich in Familienbesitz]

    Nachlass Heinrich Lübke (N 1216)

    Nachlass Wilhelmine Lübke (N 1386)

    Nachlass Walter Scheel (N 1417)

    (Teil-)Nachlass Karl Carstens (N 1337)

    Nachlass Richard von Weizsäcker (N 1574)

    (Teil-)Nachlass Walter Hallstein (N 1226)

    Nachlass Hans Schlange-Schöningen (N 1071)

    Nachlass Franz Halder (N 220)

    Büro der Ministerpräsidenten des amerikanischen, britischen und französischen Besatzungsgebietes (Z 12)

    Militärarchiv (Abt.MA) im Bundesarchiv

    Bundesministerium der Verteidigung (BW 1)

    Generalinspekteur und Führungsstab der Streitkräfte (BW 2)

    Abteilung Deutsche Demokratische Republik (Abt. DDR) im Bundesarchiv

    Ministerrat der DDR (DC 20)

    Zentralkomitee (ZK) der SED (DY 30)

    Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv

    Nachlass Viktor Agartz (NY 4104)

    Nachlass Heinrich Rau (NY 4062)

    Nachlass Wilhelm Pieck (NY 4036)

    Nachlass Otto Grotewohl (NY 4090)

    Nachlass Walter Ulbricht (NY 4182)

    Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in den westlichen Besatzungszonen, Bundesrepublik Deutschland (BY 1)

    Zentralkomitee der SED (DY 30)

    Zentrale Datenbank Nachlässe:

    http://www.nachlassdatenbank.de

    Suche über Bestände und Findbücher (ARGUS - Archivgutsuche im Bundesarchiv):

    http://startext.net-build.de:8080/barch/MidosaSEARCH/search.htm

    Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, 1949 ff., Bundesarchiv (Hrsg.), Harald Boldt Verlag-Boppard am Rhein,1982,

    Online-Version: http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0000/index.html

    Präsidialkanzlei und dem Büro des Reichspräsidenten

    Im Bundesarchiv

    Akten der Reichskanzlei 1919-1933 (R 43/ I), 1933-1945 (R 43/ II)

    Büro des Reichspräsidenten, Präsidialkanzlei (R 60)

    Reichsfinanzministerium (R 2)

    Reichsministerium des Innern (R 1501)

    Nachlass Arnold Brecht (N 1089)

    Nachlass Wilhelm Moritz Egon Freiherr von Gayl (N 1031)

    Nachlass Hermann Pünder (N 1005)

    Online-Version der Akten der Reichskanzlei Weimarer Republik:

    http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/index.html

    Ergänzende Anfragen sind beim Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz sowie beim Zentrum für die Aufbewahrung historisch dokumentarischer Sammlungen - Sonderarchiv Moskau sinnvoll.

    Amtliche Druckschriften

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Das Amt des Bundespräsidenten. Köln ca. 1974

    Bundespräsidialamt-Ordenskanzlei: Die Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 2001

    Bundespräsidialamt (Hrsg.): Das Bundespräsidialamt. Berlin (ca. 2008)

    Der Bundespräsident, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.)

    Bundespräsidialamt (Hrsg.): Der Bundespräsident - Sechs Fragen an den Bundespräsidenten. Eine Broschüre für Kinder. Berlin 2008

    Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Handbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Köln 1954, S. 10-11.

    BDOS - Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde e. V. (Hrsg.): 50 Jahre Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. In: Orden und Ehrenzeichen - Das Magazin für Sammler und Forscher. Heft 14. Berlin 2001

    Das Parlament: "Der neue Bundespräsident- Wahl und Vereidigung", Nr. 27, 2010, S. 1-5

    Das Parlament-Dokumentation: Reden in der 14. Bundesversammlung, 30. Juni 2010, S. 1 - 5

    Bundespräsidialamt (Hrsg.): Das Schloss Bellevue und das Bundespräsidialamt. Berlin (ca. 2008)

    Bundespräsidialamt (Hrsg.): Das Schloss Bellevue. Berlin (ca. 2008)

    Schloss Bellevue, Bundespräsidialamt (Hrsg.). Berlin. o. Dat.

    Verzeichnis der deutschen Inhaber des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1954 ff.

    Tzschaschel, Gerta (Bearb.): Wahl des Bundespräsidenten am 17. Juli 1954 in Berlin. Bad Godesberg. o. Dat.

    Bulletin des Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Ansprache des Bundespräsidenten Gustav W. Heinemann anlässlich der Amtseinführung am 1. Juli 1969. Bonn 1969

    Rastatter Freiheitsbote, Nr. 22. Mai 2008

Archivist Note

Described by Korbinian Rausch on the basis of the Bundesarchiv's Invenio Database invenio.bundesarchiv.de as well as open-data.bundesarchiv.de.

Sources

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Rules and Conventions

EHRI Guidelines for Description v.1.0